Euro 2012: Wiesenthal Center Ruft Fans Auf: Keine Unterstützung Für Antisemitische Restaurants In Lwiw/Ukraine

Jerusalem. Das Simon Wiesenthal Center hat heute alle Fußballfans in der ukrainischen Stadt Lwiw dazu aufgerufen, zwei antisemitische Restaurants zu boykottieren. In Lwiw finden drei Spiele der Gruppe B bei der Fußball-Europameisterschaft statt. Die deutsche Mannschaft träg hier zwei ihrer Gruppenspiele aus. In einer Stellungnahme nannte der Leiter des Jerusalemer Büros des Centers, der Holocaust-Historiker Efraim Zuroff, die Restaurants „At the Golden Rose“ und „Kryvika“ (Versteck), die Antisemitismus und ukrainischen Extremismus verbreiten. Er rät den Fußballfans, woanders zu essen.

Im „Golden Rose“ erhalten die Gäste Hüte mit Schläfenlocken. So können sie ultraorthodoxe Juden imitieren. Es gibt keine Preisliste. Die Kunden sollen um den Preis „schachern“, ein antisemitisches Klischee, das in Osteuropa verbreitet ist.

Das „Kryvika“ befindet sich in einem Bunker, der von ukrainischen Nationalisten unter dem Kommando von Stepan Bandera während des II. Weltkriegs benutzt wurde, der mit den Nazis kollaborierte und dessen Truppen sich 1941 am Judenmord in der Ukraine beteiligten. Die Parole für das Betreten des Restaurants lautet: „Ruhm der Ukraine!“

„Durch eine Unterstützung dieser Restaurants würden Fußballfans den extremistischen und gefährlichsten Elementen der ukrainischen Gesellschaft helfen, die das Andenken an Zehntausende von Holocaust-Opfern beleidigen, die von den Nazis und ihren ukrainischen Helfern in Lwiw ermordet wurden. Dieses würde den Zielen der Euro 2012 völlig entgegenstehen.“

Das ARD-Nachtmagazin hatte am Mittwoch über Ausschreitungen der rechtsextremen Fans des örtlichen Klubs Karpaty Lwiw berichtet. Dem Bericht zufolge haben die rassistischen Hooligans vom Klub ein Kontingent von 3000 Karten erhalten.

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